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WIEDERERÖFFNUNG DER AUBETTE

Parallel zur Ausstellung „Art is Arp“ besteht die Möglichkeit zum Besuch des renovierten Aubette-Gebäudes. Die avantgardistische Innengestaltung schufen zwischen 1925 und 1928 Theo van Doesburg (1883, Utrecht – 1931, Davos), Sophie Taeuber-Arp (1889, Davos – 1943, Zürich) und Hans Jean Arp (1886, Straßburg – 1966, Basel).

Geschichte
Die Aubette befindet sich auf der Place Kléber im Zentrum von Straßburg. Das Gebäude wurde zwischen 1764 und 1767 von dem Architekten Jean-François Blondel im klassizistischen Stil errichtet. Auf Initiative des Architekten Paul Horn und seines Bruders André aus Mulhouse wurde es umgebaut und ab 1928 auf einer Fläche von rund 200 m2 als moderner Vergnügungskomplex genutzt.

Die verschiedenen Räumlichkeiten — Café, Restaurant, Brasserie, Kaffeehaus, Ciné-Bal-Saal, Tanzlokal, Festsaal u. a. — erstrecken sich über vier Stockwerke (Kellergeschoss, Parterre, Zwischengeschoss, erster Stock). Mit der Ausgestaltung werden Hans Jean Arp und Sophie Taeuber-Arp beauftragt. Sie beziehen den befreundeten Maler und Architekten Theo van Doesburg in das Projekt ein. Die Pläne sind Anfang 1927 im Wesentlichen abgeschlossen, die Einweihung erfolgt nach einjährigen Bauarbeiten am 17. Februar 1928.
Die Aubette ist als Gesamtkunstwerk konzipiert. Mit dem Projekt finden die ästhetischen Theorien der 1917 von Theo van Doesburg und Piet Mondrian gegründeten Künstlerbewegung „De Stijl“ ihre praktische Umsetzung.
Doch dem Publikum ist das Dekor der Aubette zu avantgardistisch. Daher wird es in weiten Teilen verändert und Ende der 30er-Jahre zerstört bzw. verdeckt.

Restaurierung
Nach einer ersten Teilrestaurierung, in deren Ergebnis 1994 der Ciné-Bal wiederhergestellt wurde, beschloss die Stadt Straßburg im Dezember 2001 die Restaurierung von drei weiteren Räumen (Festsaal, Foyer-Bar und Treppe).
Die Einweihung erfolgte 2006. Damit ist das gesamte erste Stockwerk restauriert.

 

Die restaurierten Räumlichkeiten
Treppe
Die Treppe wurde von Theo van Doesburg entworfen. Dagegen ist die Urheberschaft ihres farbigen Streifendekors nicht eindeutig. Es könnte sich um eine Arbeit von Arp und/oder Sophie Taeuber-Arp handeln.
Großer Festsaal von Theo van Doesburg
Van Doesburgs durchgängig rechtwinklige Komposition wird von vertikalen und horizontalen Linien durchzogen und so in Quadrate und Rechtecke unterteilt. Die Farbpalette besteht aus den für die Ästhetik des Neoplastizismus typischen Primärfarben Gelb, Blau und Rot sowie Schwarz und Weiß, wobei zwei Abstufungen einer Farbe jeweils nebeneinander platziert sind. Damit soll eine höhere Strahlwirkung erzielt werden. Einige Elemente sind mit Email-Platten versehen, die jeweils 16 Glühlampen enthalten und für künstliches Licht sorgen. Im ursprünglichen Projekt war ein farbiger Linoleumfußboden vorgesehen. Die Entscheidung fiel jedoch letztlich für Parkett.
Foyer-Bar von Sophie Taeuber-Arp
Dieser Raum stellt die Verbindung zwischen Festsaal und Ciné-Bal her. Hier konnten die Besucher die im Ciné-Bal gezeigten Filme ungezwungen mitverfolgen.
Das Dekor von Sophie Taeuber-Arp zeichnet sich durch einfache geometrische Formen in Grau- und Rottönen aus. Der Fußboden folgt den gleichen Gestaltungsprinzipien. Da keine Skizzen oder Pläne von ihm vorliegen, ist zu vermuten, dass er vor Ort entworfen wurde.
Ciné-Bal von Theo van Doesburg
Van Doesburg entschied sich hier angesichts der rechtwinkligen Architektur des Saals für eine Kontrakomposition und führte bei der farbigen Ausgestaltung die Diagonale ein. Die Farben (Rot, Gelb, Blau, Grün, Weiß, Grau und Schwarz) sind diagonal in einem Gitter angeordnet. Damit setzte van Doesburg die ästhetischen Theorien des von ihm 1924 gegründeten „Elementarismus“ um, der u. a. durch die Einführung der Diagonale einen Bruch darstellte.

Öffnung der Aubette anlässlich der Ausstellung „Art is Arp“
Die Aubette kann während der gesamten Dauer der Arp-Ausstellung im Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst kostenlos besichtigt werden (Mittwoch bis Samstag von 14.00 bis 17.00 Uhr).
Aus diesem Anlass erscheint eine überarbeitete Neuauflage des Bandes „L’Aubette ou la couleur dans l’architecture“.

 

PRAKTISCHE HINWEISE
Anschrift
Place Kleber – 67000 Strasbourg
Tram: Homme de Fer
Öffnungszeiten
Mi bis Sa: 14.00 bis 17.00 Uhr
So, Mo und Di geschlossen
Für Gruppen, die ihren Besuch bei der Pädagogischen Abteilung der Museen anmelden oder die Ausstellung mit einem Führer des Fremdenverkehrsamtes besichtigen, gelten gesonderte Öffnungszeiten.
Gruppen
Gruppen mit mehr als 10 Teilnehmern werden darum gebeten, ihren Besuch unter folgender Tel.-Nummer anzumelden: +33/(0)3 88 52 28 20 (Mo bis Fr 9 bis 18 Uhr).
Eintrittspreise

Die Besichtigung der Aubette ist während der gesamten Dauer der Ausstellung „Art is Arp“ kostenlos (17. Oktober 2008 bis 15. Februar 2009).