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1886
Hans Jean Arp wird am 16. September in Straßburg als Sohn eines deutschen Zigarrenfabrikanten und einer elsässischen Mutter geboren.

1900-1907
Als junger Mann frequentiert er einen Malerkreis um den Künstler Georges Ritleng, der sein erster Zeichenlehrer wird. Er begegnet dem Schriftsteller und Herausgeber der Zeitschrift Der Stürmer, René Schickelé. Er studiert ein Jahr an der Straßburger Kunst- und Gewerbeschule und im Anschluss an der Kunstschule Weimar. 1906 lassen sich die Arps im schweizerischen Weggis unweit von Luzern nieder. Bei Paris-Aufenthalten besucht Hans Jean Arp die Académie Julian und stellt in der Galerie Bernheim-Jeune aus.

1910-1911
In Luzern begründet er die Künstlervereinigung Moderner Bund mit und organisiert eine Ausstellung mit Werken von Paul Gauguin, Henri Matisse, Paul Klee, Pablo Picasso u. a.

1912-1915
Nach der Mitwirkung am Almanach des Blauen Reiters geht Arp nach Berlin, wo ihn Herwarth Waldens in seiner Sturm-Galerie anstellt. 1914 kehrt er nach Paris zurück, um in Deutschland der Einberufung zu entgehen. Anschließend flüchtet er in die Schweiz, zunächst nach Ascona, später nach Zürich, wo er Sophie Taeuber kennen lernt.

1916-1920
Mit Hugo Ball, Emmy Hennings, Richard Huelsenbeck, Tristan Tzara und Marcel Janco trifft sich Arp regelmäßig im Cabaret Voltaire, wo sie 1916 die Dadaismus-Bewegung begründen. In der Folge beteiligt er sich aktiv an Ausstellungen, Publikationen, Vorträgen, Lesungen und Aufführungen der Gruppe. Er arbeitet mit Sophie Taeuber an Reliefs, Collagen und Stickereien. 1920 nimmt er an der ersten Dada-Messe in der Berliner Galerie Otto Burchard teil und veröffentlicht Die Wolkenpumpe und Der Vogel Selbdritt. Im gleichen Jahr entwirft er in Köln mit Max Ernst Collagen.

1921-1925
Im Anschluss an zahlreiche Reisen, die ihn nach Rom, Berlin und Weimar führen, lässt sich Arp schließlich in Paris nieder, wo er sich der Gruppe der Surrealisten annähert. Er entwickelt in seinen Reliefs eine biomorphe Formensprache.

1926-1929
Arp und Sophie Taeuber-Arp kehren nach Straßburg zurück, wo sie die Brüder Horn mit der Ausgestaltung des Vergnügungskomplexes „Aubette“ beauftragen, der 1928 eingeweiht wird. Gemeinsam mit dem Architekten Theo van Doesburg schaffen sie das größte zusammenhängende Gestaltungsensemble der abstrakten Kunst. 1929 entstehen seine „Konstellationen“.

1930-1939
Seinen ersten Rundplastiken aus Gips, Holz, Stein und Ton gibt Arp poetische Titel. Er tritt den Gruppen „Cercle et Carré“ und „Abstraction-Création“ bei. 1932 entstehen seine ersten Papiers déchirés (Papiercollagen). Seine Werke sind auf wichtigen Ausstellungen zu sehen, so im New Yorker Museum of Modern Art (Direktor: Alfred Barr). Bei Kriegsausbruch nimmt er seinen französischen Vornamen an.

1940-1942
Die Arps flüchten vor der Okkupation mit Gabrielle Picabia und César Domela in die Dordogne. Später werden sie von Peggy Guggenheim in Annecy und Alberto Magnelli in Grasse aufgenommen. Im November 1942 kehren sie nach Zürich zurück.

1943-1951
Sophie Taeuber stirbt an einer Kohlenmonoxidvergiftung im Haus von Max Bill in Zürich. Der Tod seiner Frau erschüttert Arp zutiefst. Er zieht sich in ein Kloster in der Schweiz zurück und arbeitet vier Jahre lang nicht. 1944 widmet ihm Peggy Guggenheim eine Ausstellung in ihrer New Yorker Galerie Art of This Century. Nach dem Krieg kehrt er in sein Atelier in Meudon zurück und geht eine Lebensgemeinschaft mit Marguerite Hagenbach ein. 1946 stellt die Galerie Denise René erstmals seine Werke aus. Arp ist erneut vor allem bildhauerisch sehr aktiv. Viele internationale Ausstellungen, vor allem in New York, zeigen seine Arbeiten. 1949 besucht er die Stadt zum ersten Mal.

1952-1958
Arp hält sich in Griechenland auf und lässt antike Themen in seine Werke einfließen. In Paris erleidet er einen Herzinfarkt, der ihn stark schwächt. 1954 wird er bei der Biennale von Venedig mit dem Internationalen Großen Preis für Skulptur ausgezeichnet. In den folgenden Jahren nimmt er mehrere Großaufträge an, u. a. ein monumentales Relief für den Campus von Caracas und die Wandgestaltung des Pariser Unesco-Gebäudes. 1957 erscheint das erste Verzeichnis seiner Skulpturen.

1959-1966
Arp heiratet Marguerite und kauft eine Villa in Locarno-Solduno, die sein letzter Wohnsitz ist. Er unternimmt Reisen nach Ägypten und Israel, wo er an einem Künstler-Kibbuz mitwirkt. Jean Cassou, Direktor des Pariser Musée national d’Art Moderne, veranstaltet eine Arp-Retrospektive, die auch in Basel, Stockholm, Kopenhagen und London gezeigt wird. Arp erhält zahlreiche Preise und Ehrungen. Am 7. Juni 1966 erliegt Hans Jean Arp einem erneuten Herzinfarkt.