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[10] DESTRUKTIVES STREBEN

Anfang der 30er-Jahre wird Arp bewusst, dass die Suche nach dem Absoluten vergeblich, dass Perfektion, Reinheit und Gewissheit Trugbilder sind. Zu dieser Überzeugung kommt er durch die Entdeckung von Collagen, die in einem Speicher gelagert und Schaden genommen hatten, aber auch durch die sehr persönliche Erfahrung des Todes seiner Mutter. Zweifelsohne verbirgt sich dahinter auch eine Kritik an der Utopie der Avantgarde (man denke an van Doesburgs konkrete Kunst und dessen Traum von einer weißen Malerei auf dem Gipfel der Wahrheit), die nicht weit von Batailles Überlegungen zum „niederem Materialismus“ entfernt ist. Arp findet sich mit der Vorstellung von der Abnutzung und Vergänglichkeit allen Lebens und mit dem Tod ab und versucht, diese natürlichen Prozesse in sein Schaffen einfließen zu lassen. Er verwendet alte Collagen, Grafiken und Zeichnungen wieder (seine eigenen oder die von Freunden), zerreißt sie und setzt die Fragmente neu zusammen. Die Ausstellung macht deutlich, dass es sich dabei um eine wiederkehrende Technik handelt. Ab dem Zweiten Weltkrieg praktiziert Arp eine Variante, das zerknitterte Papier. Diese Arbeiten aus Packpapier zeugen von der materiellen Not und Knappheit dieser Zeit, aber auch von der Brutalität des Arp’schen Gestus. Dass bei Arp – entgegen bestimmten Klischeevorstellungen – eine gewisse Brutalität am Werke war, mag auch die geradezu zerhackt anmutende Plastik Blumenakt veranschaulichen.