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[11] PRODUIRE / REPRODUIRE : LA MAIN À L’ŒUVRE
[12] PRODUIRE / REPRODUIRE : LA MAIN S’ABSENTE
[13] PRODUIRE / REPRODUIRE : SOLEIL RECERCLÉ
[14] PRODUIRE / REPRODUIRE : COMME LA NATURE

Anfang der 1930er-Jahre wendet sich Arp der Bildhauerei zu, mit der er sich bereits in seinen Lehrjahren beschäftigt hatte. Zunächst untersucht die Ausstellung den Entstehungsprozess von Arps Skulpturen, seinen bildhauerischen Gestus und seine Vorgehensweise. Als Bildhauer experimentiert Arp nicht in der Art der Avantgarde mit Werkstoffen und Techniken. Er arbeitet bevorzugt mit Gips, einem neutralen Material, das keinen Widerstand bietet und sich leicht formen lässt und dessen Oberfläche er nach dem Modellieren gestalten kann. Die Abdrücke seiner Finger bleiben darauf erhalten (Landschaft von Trier). Am meisten interessiert Arp jedoch die Geschmeidigkeit dieses Werkstoffs, der glatte, weiche Formen ermöglicht. Von diesen Gipsplastiken lässt der Künstler im Allgemeinen mehrere Abgüsse fertigen. Die Besonderheit besteht bei Arp darin, dass er diese Abgüsse wiederverwendet, um sie allen möglichen Operationen zu unterziehen und neue Skulpturen daraus zu gestalten. Er verbindet ganze Plastiken oder Fragmente miteinander, montiert, überlagert und zerteilt sie, verlängert oder verkürzt sie teilweise, verändert ihre Ausrichtung usw. Hier erscheint Arp ganz eindeutig als Erbe Rodins, dem er im Übrigen ein Gedicht widmete.
In der Folge zeigt die Ausstellung die Reproduktion dieser Gipsplastiken durch Assistenten von Arp. Dabei liegen zuweilen mehrere Jahre zwischen dem Original und den in verschiedenen Materialien (Bronze, Marmor, Kalkstein, Granit, Aluminium u. a.) und Dimensionen ausgeführten Kopien. Dieses Vorgehen ist in der Bildhauerei nicht ungewöhnlich. Das Besondere ist vielmehr das Konzept, das Arp damit verfolgt; auch hier wird wieder die Verbindung zu Rodin deutlich. Arps zentrale Fragestellungen sind Originalität und Einzigartigkeit, die im Allgemeinen zusammenhängen. Gewiss hat dies mit Arps Erfahrungen der Dada-Zeit zu tun, als der Künstler die Ausführung von Werken zum ersten Mal delegierte. Aus der Ablehnung des traditionellen Kunstwerks heraus führte er damals seine ersten Reliefs in mehreren Exemplaren aus und übertrug die Vorbereitung der Holzelemente einem Tischler; auch verzichtete er darauf, die Arbeiten selbst zu einzufärben.
Der dritte Teil befasst sich mit dem Konzept der „Produktion“ in seiner metaphorischen Bedeutung, d. h. ausgehend von der Arp wichtigen Idee, dass eine Skulptur die Natur nicht reproduziert (im Sinne von imitiert), sondern analog zur Natur wächst. Daher will er seine Plastiken einem Entstehungsprozess unterziehen, der alle Formen des Wachstums (mineralisch, pflanzlich, tierisch, menschlich und sogar kosmisch) in sich vereint und den der Begriff „Konkretion“ resümiert. Diese Plastiken verstehen sich als ebenso konkret wie Formen der Natur und veranlassen zu einer Auseinandersetzung mit der Frage ihrer Präsentation, insbesondere mit dem Sockel – ob Arp nun auf ihn verzichtet oder ihn in die Skulptur einbezieht. Dies zeugt im Übrigen von der Wertschätzung des Künstlers für Brancusi.