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[7] L’AUBETTE / KONSTRUKTIVES STREBEN

Eine der wichtigsten kollektiven Erfahrungen ist die Gestaltung der Straßburger Aubette gemeinsam mit Sophie Taeuber-Arp und Theo van Doesburg. Hier treten die Besonderheiten der drei Künstler ebenso deutlich zutage wie ihre Gemeinsamkeiten. Alle drei streben nach einer Erweiterung der Malerei auf die Architektur und nach der Verwendung eines geometrischen oder biomorphen Grundwortschatzes. Auch der Glaube an eine mögliche Neuordnung der Welt verbindet sie. Hans Jean Arp und Sophie Taeuber hatten sich diese Grundsätze bereits in Zürich in der Dada-Bewegung zueigen gemacht, van Doesburg in der Künstlergruppe „De Stijl“. Im Dadaismus gibt es eine – von Kunsthistorikern oft außer Acht gelassene – Dialektik von Destruktion und Konstruktion: Für Arp und Taeuber ist die Zerstörung der Ästhetik der Vergangenheit zugunsten einer elementaren abstrakten Kunst nicht Selbstzweck, sondern Voraussetzung für eine neue Kunst, die eindeutigen Ordnungsprinzipien folgen und inmitten der Kriegswirren eine neue Harmonie hervorbringen soll. Dieses konstruktive Streben erklärt auch Arps Verbindungen zu den Vertretern des Konstruktivismus. Seine Umsetzung findet es bei der Innengestaltung des Straßburger Aubette-Gebäudes in den Jahren 1927/28. In der Ausstellung dokumentieren Skizzen und Pläne dieses Projekt, bei dem jeder Künstler auch ein oder mehrere eigenständige Werke schuf. Sie zeugen von der Kontinuität ihrer künstlerischen und ästhetischen Überlegungen der letzten 15 Jahre.